Wieder auf deutschem Boden! Gestern Abend bin ich angekommen, nach ca. 48h Stunden unterwegs. Hat aber alles ganz gut geklappt: weil restlos alle Busse aus Puerto Varas gen Santiago voll waren, musste ich einen der wenigen Luxusplätze nehmen, die es überhaupt noch gab. Luxuriös war die Reise dann tatsächlich: der Steward, den wir sechs Luxuriösen dann hatten, war höchst aufmerksam, und hat mich diesmal nicht nach meiner Passnummer gefragt sondern nach einer Notfall-Telefonnummer in Chile, die im Falle des Falles benachrichtigt werden könnte. Hatte ich aber nicht, was auch nichts gemacht hat. Er hat uns richtig umsorgt, erst gab es Kopfhörer, um den Film anzuhören, der gerade lief (irgendwas Komisches; später kam Mr.Bean, aber ich hab gelesen). Gleich darauf kam er mit kleinen Becherchen voll Mineralwasser an, etwas später gab es eingeschweißte dicke (Schlaf-)Socken und dann auch noch eine Schlafbrille. Die Stühle waren auch echt gut; man hatte superviel Platz, und es ließ sich eine echte, platte Liegefläche herstellen, auf die dann noch eine Art Isomatte gelegt wurde. Alles in allem der bequemste Bus meines Lebens.
Wir kamen recht pünktlich in Santiago an (7 Uhr morgens) und ich bin erstmal rumgewandert. Hab auch gleich das von Lena und Robin beschriebene Food-Center mit Internetcafé gefunden, aber es war noch alles zu. Habe mich erstmal auf eine Bank gesetzt und den Streuselkuchen rausgeholt, den ich noch in Puerto Varas geholt hatte. Der hatte eine cremige Füllung und sich mittlerweile ziemlich mit dem Papier der Tüte vermischt, aber was ich noch rauskratzen konnte hat lecker geschmeckt. Irgendwann hat das Internetcafé aufgemacht und ich hab dort erstmal eineinhalb Stunden zugebracht, bevor ich an den Flughafen gefahren bin. Dort kam ich gerade zur rechten Zeit an, es war schon eine kleine Schlange bei Swiss, aber noch nicht viele Leute. Die freundliche Check-In-Frau hat mich besorgt informiert, dass sie mein Gepäck leider nur bis Frankfurt, nicht bis Strasbourg durchchecken konnte, hoho. Perfekt.
Der Swiss-Flug hat mir gut gefallen; ganz schöner Luxus, dass da jeder eine eigene Video-Spielanlage vor sich hat. Ich hab erst etwas Wer-wird-Millionär gespielt und dann einen Film angeguckt (Der Jane Austen-Buchclub oder so). Leider sass neben mir ein dicker kleiner Mann, dessen Hosenladen offen war und der, wenn er nicht fürchterlich geschnarcht hat, Unmengen an Alkohol in sich reingekippt hat. Irgendwann hat er auch noch glückselig eine Anzahl leerer Mini-Alk-Flaschen an sich gepresst, die er wohl vom Steward geschenkt gekriegt hatte. Ein Sammler?
In Sao Paulo hatte ich eigentlich zwei, drei Stunden Aufenthalt, aber davon hat man nicht wirklich was gemerkt. Ich musste nämlich nochmal durch so eine Sicherheitssperre durch, und es ging unendlich lange, weil so viele Leute ausgestiegen waren und ich ganz hinten stand. Um mein Aloe-Vera-Gel hab ich auch nochmal Ängste ausgestanden, das hatte ich nämlich ganz unten im Rucksack noch gefunden. Und dabei hatte ich meine kleinen "Flüssigkeitbehältnisse" wie Niveacreme, Deo, etc. noch ordnungsgemäß in den Beutel getan! Sie haben es aber trotz sorgfältigem Durchleuchten weder in Santiago noch in Sao Paulo gesehen. Naja, aber als ich dann endlich durch war, hatte ich gerade noch Zeit, mir die Zähne auf dem Klo zu putzen, als ich schon den Aufruf nach Frankfurt gehört habe.
Der Lufthansaflug war weniger luxuriös, ich hatte den Bildschirm kaum im Blick, aber dafür (ich saß ganz hinten) war ich ganz alleine in der Dreier-Sitzreihe. Irgendwann hat sich ein kleiner dunkelhaariger Mann behaglich auf den Gangplatz gesetzt und sich auch nicht durch meine tödlichen Blicke abhalten lassen (ich hatte mich schon so über die Bewegungsfreiheit und das jederzeit-aufs-Klo-können gefreut!), aber nach dem Essen hat er sich doch wieder verzogen (er saß eigentlich genau vor mir!). Zum Abendessen gab es verheißungsvoll Pasta mit Gemüse (also genau das, nachdem ich mich die ganze Zeit gesehnt hatte!), aber es war äußerst unlecker. Das Frühstück war eine Rolle Rührei (wirklich komische Form) mit einer Wurst (die ich für eine kleine Kartoffel gehalten hatte) und ein paar Scheiben tatsächlicher Kartoffeln.
In Frankfurt sind wir früh angekommen, und ich bin noch etwas rumgehangen, bis mein Bus nach Strasbourg fuhr. Dort sind wir auch zu früh angekommen, so dass ich recht bald im Zug nach Offenburg saß. Karin war nicht am Bahnhof (klar, ich hatte ihr ja gesagt, wir sollten lieber den späteren Zug ausmachen), aber als ich ihr dann vom Telefon am Ausgang eine SMS schicken wollte, hat sie mir lachend auf die Schulter getippt - doch schon da!
Daheim hab ich erstmal meine Mails abgerufen, was ganz schön lange gedauert hat, da alle der letzten 7 Wochen erstmal auf Outlook geladen wurden, und dann bin ich einkaufen gegangen. Zum Abendessen gab es köstlich-bitteren Endivien-Salat und Spaghetti mit Tomatensoße, hm! Dann hab ich geschlafen wie ein Stein.
Jetzt sitze ich hier und habe endlich mal Zeit (und freies Internet!), um den Blog aufzufüllen, daher tu ich das jetzt. Es folgt also, um das Ganze einigermaßen chronologisch zu halten, das landwirtschaftliche Fest auf Chiloé, das wir am Samstag, den 16. (wenn mich nicht alles täuscht) besucht haben ...
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