Montag, 28. Januar 2008

Oh wie schoen ist Panama!

So, gerade eben zurueckgekommen; hat etwas laenger gedauert, weil auf der guten Strecke nach San Jose ein Erdrutsch war und sie war gesperrt. Mussten einen Umweg ueber die Berge machen (urgs, viele Kurven).
Es war sooo schoen! Wulf lebt in einem ganz putzigen Holzhaeuschen direkt ueberm Wasser, in Punta Robalo, ein total untouristisches Doerfchen ca. 80 km nach der panamesischen Grenze. Er hat ganz viele lange Stege, wo teilweise seine Hunde draufleben (am letzten Tag ist einer ins Wasser gefallen, und er war noch angeleint! Aber die Nachbarn haben gleich Bescheid gesagt; die Kommunikation ist sehr einfach: man bruellt von Pfahlhaus zu Pfahlhaus (die meisten leben ueber dem Wasser).
Auslaender waren die auf jeden Fall nicht gewoehnt; wir (bzw. hauptsaechlich ich blonde Mitteleuropaerin) waren DIE Attraktion des Dorfes. Das sind ungefaehr 200 Panamenos hauptsaechlich indigener Abstammung, und die Kinderchens sind uns auf Schritt und Tritt gefolgt und haben uns Muscheln gebracht bzw. zu unserer Belustigung Steine ins Wasser geworfen.
Wulf hat uns supergastfreundlich aufgenommen und immer lecker gekocht und staendig seine Spezial-Cuba Libres mit Limonen aus dem eigenen Garten serviert :-) - mmmmmh! Mit dem Kajak waren wir auch unterwegs. Beverlys zwoelfjaehrige Nichte Hilary war total begeistert von mir und hat mich ueberallhin mitgeschleppt und wilde Geschichten von Hexen erzaehlt, die einen verzaubern und vom rechten Weg abkommen lassen, wenn man sein Hemd nicht umdreht. Wulf hat spaeter erzaehlt, dass der Aberglaube noch weit verbreitet ist; es tragen so viele ihre Hemden falsch rum, dass er erst dachte, das sei hier Mode.
... So, muss jetzt erstmal nochmal telefonieren, vervollstaendige den Blog vielleicht morgen.
VLG erstmal / NOCH aus Costa Rica!

Donnerstag, 24. Januar 2008

Adlerauge sieht alles ...

Bin heute mit Ronald nach Puerto Viejo gefahren. Waren bis gerade eben im Nationalpark in Cahuita, und haben viel gesehen! Mehrere Eddies (fuer nicht Eingeweihte: Faultiere), Affen, Blattschneiderameisen und ... nachdem der eine Parkwaechter uns gesagt hat, dass nahe des Eingangs mehrere Oropels (Vipern) waren, haben wir unsere Augen aufgesperrt, und von einer Bruecke aus hab ich eine grellgelbe erspaeht, die sehr nah und malerisch in die Vegetation gekraeuselt war, und etwas spaeter nochmal eine, die direkt nebn dem Pfad im hohen Gras hing, kopfueber. Wir haben das ein paar Amis erzaehlt, die des Weges kamen, und die eine Frau ist richtig erschrocken (They are really poisonous! Had it eaten? Did you see if it was thick?).
Jetzt gehts zurueck ins Hostel (wo immer ein Kolibri vor der Tuer rumflattert, voll schoen!), und morgen weiter zu Wulf nach Panama. Freu mich schon!!
Werd also wohl bis Montag nicht schreiben koennen, und Mittwoch gehts ja dann schon weiter nach Chile ... wenn das mal klappt mit dem elektronischen Ticket, bin da sehr misstrauisch!
Achja, auf der Fahrt hatte ich noch eine Erkenntnis. Ich wusste nicht, dass Ananasse wie Kartoffeln in der Erde wachsen, hatte mir da immer so huebsche kleine Ananaspalmen vorgestellt, aber wir haben ganz viele Ananasfelder passiert, wo viele krause Koepfe aus der Erde geguckt haben ...

Dienstag, 22. Januar 2008

Do as the locals do ...

- was fuer Rom gilt, gilt sicher auch fuer Costa Rica. Ich hab mich also meiner Nachbarin vom Vortag angeschlossen, die auch wieder an den Strand kam (die mich vor den Waschbaeren gewarnt hatte!). Diesmal kam sie mit ihrem kleinen zehnjaehrigen Neffen, und wir haben zusammen eine Bucht geteilt. Ueberhaupt haben sie mich mit offenen Armen in die Familie aufgenommen, haben ihre Wassermelone, Orangen und Ananas mit mir geteilt und mir ihre Brillen geliehen und die Fische gezeigt, die da rumschwammen (grosse Graue mit gelben Augen). Dann hat Karina (so heisst sie naemlich) mir noch gezeigt, wie sich sich immer ihr Lager bereitet: ganz viel Sand fuer eine Kopfstuetze hochschaufeln, eine grosse Kuhle fuer den Koerper mit Armstuetzen. Dann vorsichtig das Tuch druebergebreitet. Sie hat mir sogar ihr Handtuch geliehen, damit ich mich nicht nass drauflege und Sand in den tollen Sitz kriege. Und ich hatte mich immer gewundert, warum nur ich so sandgepudert war und alle so sandfrei umherliefen! Es war sehr bequem. Sie hatte ihr Lager aber in der Sonne aufgeschlagen, und ich wollte urspruenglich in den Schatten, aber man hat dafuer den nassen Sand gebraucht, der weiter vorne war, und ausserdem meinte sie, ich solle mich doch neben sie legen, dann koennten wir quatschen. Hab ich also getan, und das war der Beginn eines riesigen Sonnenbrands! Es war aber trotzdem sehr schoen; wir lagen wie die Koeniginnen in unserem Thron, haben dem kleinen Bernal beim Schwimmen zugesehen und ein paar groessere Schwimmer mit wohlgefaelligem Auge betrachtet. Die haben das natuerlich gemerkt und begeistert ruebergewinkt, und wir sind in albernes Gelaechter ausgebrochen.
Die Rechnung kam erst abends: autsch. Hatte zudem vergessen, mich an den Knien, der Oberseite der Fuesse, und verschiedenen Stellen um den Bikini rum einzucremen. Auch im Gesicht hat´s gebrannt. Karina hatte sich auch verbrannt, aber bei ihr sah es nur gebraeunt aus.
Mittags waren wieder die Waschbaeren da, aber ich habe sie schon sehr souveraen mit einem Palmwedel verscheucht. Leider konnte ich unsere Nachbarin nicht mehr rechtzeitig warnen, und ein Waschbaer hat eine Tuete Kekse aus dem Rucksack geklaut, gegen den sie gelehnt sass und gelesen hat. Frech!
Abends kamen wieder die Einsiedlerkrebse hervor, so niedlich.
Ich hab meinen geheilten Magen mit einer Pina Colada gefeiert und dabei eine Kuenstlerin aus New York kennengelernt, die sich hier mit Massagen durchschlaegt. Echt witzig, beim Alleinreisen lernt man wirklich so viele Leute kennen!
Ich hab mich sogar mit dem israelischen Paerchen aus meinem Zimmer gut unterhalten, nachdem ich die erst so doof fand, weil die immer zwischen 6 und 10 geschlafen haben und dann aufgestanden sind. Naja.
Das einzig Bloede: mein Lieblingsbikini ist verschollen! Ich hatte ihn am Montag tagsueber noch im Hostel haengen, weil er noch so feucht war, aber als ich nachmittags mein Gepaeck holen wollte, war er nicht mehr da! Es war auch nur der Koch da, keine von den Putzfrauen, oder der Chef, und der war einfach ratlos. Er meinte aber, es koennte niemand geklaut haben, es waren nur Leute da, die hier auch gewohnt haben, und so was macht doch kein Tourist! Der war ja auch nicht mehr neu. Musste dann aber leider los, weil mein Bus fuhr, aber dieses Wochenende gehen vielleicht Melanie (die bei Marvin wohnt) und ein paar Freunde dorthin, so dass sie da nochmal nachfragen koennen ...
Donnerstag geht es los, nach Panama. Das wird wieder ein richtiges Abenteuer! Mit Ronald will ich zu Wulf fahren, der jetzt nicht mehr direkt auf den Bocas-Inseln wohnt, sondern in der Bucht davor, in einem Haus ueber dem Wasser. Klingt wundervoll, und vielleicht sehe ich ja wirklich endlich noch ein Armadillo!

Samstag, 19. Januar 2008

Ein Rudel raeudiger Waschbaeren


Ein ganz schoen (sonnengefuellter) Tag liegt hinter mir, amigos!
Gestern Abend im Hostel hab ich ein nettes Maedel in meinem Alter kennengelernt, Nina aus Berlin. Sie reist auch allein und ist eigentlich continuity editor beim Film. Cool, was? Sie ist jetzt zwei Monate hier, um zu surfen. Und seit drei Jahren ist sie Buddhistin. Wir hatten uns also unglaublich viel zu erzaehlen. Eine Zeitland hat sich auch noch Al aus meinem Zimmer dazugesetzt, den sie auch kannte. Er und der andere im Zimmer (ein Italiener) sind abends weggegangen, und ich musste ihnen nachts aufmachen, als sie wiederkamen. Alles etwas stressig mit fremden Leuten im Zimmer. Jetzt sind sie weg, dafuer ist ein israelisches Paerchen da. Das schlaeft, obwohl hier grad mal 7 ist. Ruecksichtsvoll hab ich daraufhin kein Licht gemacht, sondern nur im Schein des reinfallenden Lichts von draussen nach meinen Sachen vom Duschen gekramt. Dann hat der Typ auf einmal irgendwas gemurmelt und die Tuer zugeknallt. Sehr freundlich. Die sind mir gleich mal unsympathisch, aber mal sehen, wenn sie ausgeschlafen sind (wahrscheinlich so sehr, dass sie auch die ganze Nacht Party machen wollen).
Ich bin jedenfalls kurz vor 7 aufgestanden (eigentlich hat der Wecker ja um 6 geklingelt, aber ...). Zuerst wollte ich im Hostel fruehstuecken, wo es echt lecker und billig ist (Pancakes! Frische Fruechte!), aber da hat mein Magen noch nicht mitgemacht, also hab ich mir im mus(m)anni, das immer noch da ist, liebe Manuel Antonio-Reisende, ein paar Gebaeckstueckchen und Wasser gekauft. Dann musste ich erst noch einen Haufen Einheimischer abwimmeln, die mir partout eine Tour aufschwatzen wollten, und dann war ich im Park. Ich hab dann erstmal eine kleine Wanderung gemacht. Es waren echt schon einige Leute unterwegs! Leider hatte ich vergessen, mich in gedeckten Farben, wie empfohlen, zu kleiden, und stiefelte mit einem knallorangenen Rock durch die Gegend. Aber naja, ich hab trotzdem Tiere gesehen, hurra! Ein riesiges knalloranges Heuschrecken-Insekt, das immer eine Stufe vor mir gehopst ist, ein paar Nanas oder Agutis oder wie auch immer diese riesigen Nager heissen, die hier auf duennen Beinchen und mit ovalen Koepfchen durchs Unterholz schleichen, und Affen, Affen, Affen. Ausserdem hat es staendig geheimnisvoll geknackst und geschwirrt.
Irgendwann bin ich dann aber an den schoenen Strand gegangen und hab mich irgendwo in den Schatten gelegt. Im Gegensatz zu den sonst eher mittelpraechtigen Straenden ist der wirklich wunderschoen: schneeweisser, ganz feiner Sand, eine sanfte Bucht, Palmen und schoene Baeume, ein paar malerische Felsbrocken weiter hinten im Wasser ... - meine Nachbarin war eine junge Tica, die mir geraten hat, meine Tasche irgendwo anzubinden, sonst sei sie fort. Ein paar Affen hatten ihr mal eine Tasche geklaut, und da war auch ihr ganzes Geld drin gewesen. Sie meinte auch, es macht nichts, dass sie sehr schwer sei, dann kaemen einfach gleich fuenf Affen auf einmal, um sie fortzuschleppen. Eine organisierte Bande! Also hab ich die Tasche an eine nahe Wurzel gebunden und hab, nach einem kleinen Bad, erstmal gelesen. Erst auf einen Zuruf der Tica hab ich aufgeschaut, und da hatte ich die erste Waschbaerschnauze schon fast im Ohr. Das sind vielleicht neugierige, un-scheue Viecher! Die sind erstmal um mich rumgewuselt und haben mich garnicht beachtet, um dann zu meiner Tasche weiterzulatschen. Vier, fuenf Dinger! Ich bin mit meinem Schuh und hab versucht, sie wegzuschieben, aber sie haben mich wieder nicht beachtet! Sie haben dann alle fuenf ihre Pfoten und Zaehne in die Tasche gehauen, dran gezerrt und appetitangeregt geknurrt. Ich hab auch an der Tasche gezerrt, aber sie haben mich, wie gesagt, kaum beachtet. Davon haett ich echt gern ein Bild gehabt! Meine hilfreiche Nachbarin hat mir geraten, einen Stock zu nehmen, aber das einzige, was da war, war ein schwacher halber Palmwedel. Aber wie der geholfen hat! Ich war ganz erstaunt. Ich konnte sie ganz einfach wegschieben und sie kamen dann auch nicht wieder.
Spaeter war ich wachsamer und musste noch ein paarmal Affen verscheuchen.
Am Spaetnachmittag hab ich dann Einsiedlerkrebse beobachtet. Das sind vielleicht putzige Tierchen! Die ulkigsten, die ich kenne. Sie sehen wirklich aus wie Cartoonfiguren, als haette ihnen jemand kleine Antennchen und grosse Comic-Augen aufgeklebt. Man sieht eigentlich nur ihre kleinen Scherchen, mit denen sie emsig ueber den Sand tapsen, und hochaufgerichtete Augen auf kleinen Stielen, und ein paar winzige Antennen, die ihnen in witzigen Figuren abstehen. Sooo lustig! Ich haette sie wirklich stundenlang beobachten koennen. Vielleicht kann ich ja doch noch ein paar nette Fotos von ihnen machen.
So, jetzt mach ich Schluss, ich glaube, die machen hier zu.
Que les vaya muy bien, hasta la proxima!

Freitag, 18. Januar 2008

Kitsch in Manuel Antonio

Liebe Freunde und Kollegen,
bin heut Mittag in Manuel Antonio angekommen. Das ist auch an der Pazifikkueste und ziemlich touristisch, aber eigentlich ganz schoen, und auch recht unkompliziert und in 4h zu erreichen. Wohne wie eh und je im Costa Linda, das jetzt nicht mehr Dieter gehoert, sondern einem Michael. Teile mir ein Zimmer mit einem "Al" und einem Unbekannten, und wir haben nur einen Schluessel! Das wird noch was. Aber so gestaehlt ist mein Magen noch nicht, und so werde ich eh nicht zu der Open Bar-Party gehen, zu der ich vorhin den Flyer bekommen hab.
Als ich vorhin vom Strand zurueckkam, haben sich ein Haufen Leute um einen Strauch vor dem Hostel gedraengt, und das ist immer ein Zeichen fuer Tiere. Und was fuer welche! Ein Haufen Totenkopfaeffchen, bestimmt zwanzig, dreissig Stueck, sind da umeinandergeturnt. Echt total putzig, die Tierchen, und haben noch auf meiner Liste gefehlt! :-)
Leider hab ich vergessen, meine Kamera in San Jose ab- bzw. den Akku aufzuladen, naja, und sie ist ja noch voller ferner Pelikanfotos. Also hab ich mir die Aeffchen mal lieber ins Gedaechtnis gebrannt.
Morgen will ich frueh aufstehen und in den Nationalpark gehen. Naechste Woche geht es dann erstmal nach Panama (wo ich kein Internet haben werde), und die Woche drauf dann schon nach Chile. Die Zeit rast!
Ich hoffe, euch geht's gut,
beste Gruesse,
Eure Hanna

Donnerstag, 17. Januar 2008

Montezumas Rache

(dieser Titel schrie ja geradezu danach, verwendet zu werden!)

Jaja, es hat mich dann doch noch erwischt. Auch noch einen Tag vor der Heimfahrt, die dann natuerlich nicht so toll war. Auf der Faehre haben wir nur noch Sonnenplaetze gefunden und ich sass voellig apathisch da und hab mich nicht mal eingecremt. Jetzt hab ich natuerlich auch noch Sonnenbrand auf den Schultern. Naja, es koennte schlimmer kommen.
Lag also die letzten Tage bei Marvin im Bett und hab mich von ekliger Rehydrationsloesung ernaehrt und mit ihm Tennis geguckt (sein Maeuschen Roger Federer macht gerade alle in Australien fertig). Hat witzige Erinnerungen an ein anderes Mal gebracht, als ich Tennis geguckt und es schon damals nicht kapiert habe ... Thai-Break? Does? Ist ja eigentlich kein komplizierter Sport.
Jetzt habe ich mich gerade auf wackligen Beinen ins Zentrum geschleppt, um mal wieder ins Internet zu kommen. Hier hat sich nichts veraendert, haesslich wie eh und je, aber diesmal bin ich ja darauf vorbereitet. Und der Gestank! Puh! Dann doch lieber schnell wieder an den Strand.
Mittlerweile fuehl ich mich auch wieder einigermassen fit - hab mir vorhin etwas Suppe einverleibt - und werde mir wohl nachher ein Ticket nach Manuel Antonio kaufen, fuer morgen. Ich kann schliesslich Marvins Bett nicht fuer immer besetzen. Das mit Corcovado und dem hai-, stachelrochen- und kaimanverseuchten Fluss wird wohl leider nix werden, buhu, der Typ, mit dem ich das machen wollte, hat sich nicht mehr gemeldet, und ich fuehl mich auch ehrlich gesagt viel zu geschwaecht jetzt. Naja.
Ich werde gleich noch etwas Wasser kaufen und nach Schuhen gucken und dann geht´s wieder in die heimatliche Haengematte.
Das naechste Mal schreibe ich wohl wieder von der Pazifikkueste - diesmal mit gestaehltem Magen!
Beste Gruesse allerseits,
eure Globetotterin

Sonntag, 13. Januar 2008

Trouble in Paradise

Oh Mann, Magen-Darm-Virus!! Der geht hier um, und das Pechvoegelchen von unserer Gruppe hat den natuerlich erwischt (sie hat auch schon einen gebrochenen Zeh). Nach ein bisschen Rumforschen hat sich herausgestellt, dass das ganze Dorf ihn schon hatte.
Der Virus kam ganz ploetzlich, auf einmal ging es Paula richtig schlecht, dann musste sie sich uebergeben, usw. Als es ihr nach 1, 2 h immer noch richtig schlecht ging, haben wir den Arzt gerufen. Das war eine Aerztin in einer bunten, nachthemdartigen Bluse, die total freundlich und kompetent war. Sie meinte, diesen Virus haette hier gerade jeder, und er sei besonders fies / schwer. Sie hat Paula Spritzen verabreicht und Zaepfchen und die Tabletten, die ich in San Jose vergessen hatte (Perenterol). Nachdem sie gegangen war, gab es aber nochmal ein Drama, auf dem Weg zum Klo ist Paula umgekippt und mit dem Kopf gegen die Wand geknallt und musste sich ganz schlimm uebergeben, es war ganz furchtbar, und in dem Moment faellt einem natuerlich die stabile Seitenlage nicht mehr so gut ein. Zum Glueck ging es ihr dann stetig besser und heute, obwohl sehr schwach, schon wieder ganz gut. Wir hoffen, dass sie morgen reisefaehig ist, damit wir nach San Jose zurueckkoennen und dieses Virendorf verlassen (obwohl es hier wirklich superschoen ist).
Als sie nachmittags geschlafen hat waren wir am Strand, das war echt toll. Abends kam eine riesige Pelikankolonie, ich war entzueckt und habe ca. eine Million (schlechter) Fotos geschossen. Das Meer hat hier eine riesige Wucht, die Stroemung zieht dich gleich rein und schleudert dich gegen die Felsen.
Morgens sass ich in einem tollen Cafe und hab Gallo Pinto gegessen, mh, dazu nen leckeren Kaffee. Es kamen ein paar Voegel und Kapuzineraffen, und der eine Affe hat sich blitzschnell eine Zuckerdose geschnappt und sie genuesslich vertilgt, oben im Baum. Er sah wirklich sehr menschlich aus, wie er sorgfaeltig seine Finger abgeleckt hat.
So, mittlerweile ist Abendessenzeit (7), und wir werden uns mal auf den Weg machen, um irgendwas mit richtig viel Knoblauch zu essen (fuer unsere Abwehrkraefte).
Macht es gut, bis zum naechsten Blog!
LG
Hanna

Samstag, 12. Januar 2008

MONTEZUMA

Liebe Leute, ich bin am Pazifik, und jetzt werde ich endlich fuer alles Uebel entschaedigt. Es ist sooooo schoen hier. Montezuma ist ein kleines Hippiedoerfchen auf der Nicoya-Halbinsel. Die Anfahrt hierher war zwar lang, weil wir staendig Bus oder Faehre verpasst haben, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Hier ist alles voller netter kleiner Bars, die sich gegenseitig an tropischen Interieur (und Exterieur) ueberbieten wollen, alles ist organic und superlecker, und ich habe endlich wieder so ein Mokkashake trinken koennen, dem ich schon vier Jahre hinterhergelechzt bin.
Am tollsten natuerlich, hier direkt am Meer zu sein; heute haben wir einen faulen Strandtag gemacht und sind nur ab und zu ins Meer gehuepft. Die Wellen sind enorm, und man muss ein bisschen wegen der Felsen aufpassen. Ein Maedel hat hier schon zwei (Hai-?)Flossen gesehen, ich habs ja immer gewusst!!!!
Ueberall sind Pelikane, diese coolen lustig aussehenden grauen Dinger, riesige Fluegelspanne. Sie hocken wie graue Kloesse auf dem Wasser oder fliegen in typischen Vogelformationen umher, und ab und zu stossen sie wie ein Pfeil ins Wasser.
... heute nur ein kurzer Post, da wir gleich essen gehen wollen. Wollt euch nur wissenlassen, dass ich noch lebe - und wie!!! :-)

Donnerstag, 10. Januar 2008

En Tiquicia!!!!!

Hurra, hurra, ich bin angekommen!!! Mann, Mann das war vielleicht eine Tortur. Diese Leute am Flughafen zaehlen zu den unfreundlichsten, die ich je in meinem Leben getroffen habe. So was von nicht hilfsbereit!!!
Der Flug am naechsten Tag (es fliegt nur einmal am Tag einer) war dann voll, und ich auf der Warteliste. Dann kam die erste freundliche Person, die ich dort getroffen habe, und es war natuerlich eine Tica, von der Fluglinie. Und sie hat mir ein Ticket ausgestellt, hurra!! Ich war die Allererste im Flieger :-) Ich konnte es echt nicht fassen, dass ich dieser Hoelle entkommen war, und hab noch im Flugzeug gedacht, dass sie mich bestimmt gleich wieder rausholen. Als wir dann in San Jos'e waren hab ich aus Jux mal auf das Gepaeckband geguckt, und das erste Gepaeckstueck war dann tatsaechlich mein Rucksack, unglaublich, dabei hatte ich garnicht mehr danach gefragt, und ich war ja in letzter Minute erst zu dem Flug gekommen!!! Un milagro. Vielleicht war es auch Zufall, dass der Rucksack am Tag vorher liegengeblieben war und so einfach mit dem naechsten Flieger geschickt wurde. - Wie dem auch sei, ich war soooo froh, denn inzwischen war ich ja ... keine Ahnung, zwei oder drei Tage in den gleichen Klamotten gewesen? (hatte natuerlich nix im Handgepaeck). Besonders wegen der Schuhe; die Wanderschuhe haben mir naemlich sofort ein Loch in die Ferse gefressen, au, au, au, als ich sie endlich ausziehen konnte, war der ganze Strumpf mit dem Schuh festgeklebt, blutig, aeh. Okay, genug der blutigen Einzelheiten.
Bin dann mit dem Taxi zu Marvin und hab erst das Haus verwechselt. Der Taxifahrer, wie alle Costarrikaner, war total nett und hilfsbereit und hat ueberall geklingelt und nach Marvin gefragt, bis wir gemerkt haben, dass es nur ein Haus weiter war :-). Ueberhaupt, gerade nach der Erfahrung in Venezuela, faellt mir mal wieder auf, wie unglaublich freundlich die Leute hier sind. Schon die Flugangestellte, die ich haette kuessen koennen, hat mit "mir amor", "preciosa" etc. nur so um sich geworfen.
Marvin hat mich mal wieder allerfreundlichst aufgenommen und darauf bestanden, dass ich sein Bett nehme. Das Haus ist wie immer voller Maeuschen (d.h. Praktikanten am Goethe oder an der Botschaft, die bei ihm wohnen). Ich hab soooo gut geschlafen!
Heute war ich dann erstmal im Goethezentrum, wo ich Katia (meine ehemalige Chefin/Kollegin) ueberrascht habe. Mit den jetzigen Praktikantinnen fahre ich dann morgen nach Montezuma am Pazifik, hurra! Bis Montag wahrscheinlich.
Alles ist gut geworden. Pura vida!

Mittwoch, 9. Januar 2008

immer noch hier, ich wurde noch nicht nach San José gebeamt

also, die hoffnung wurde mir gestern gemacht, aber sie hat sich nicht erfuellt. Die Leute von TACA kommen anscheinend erst um 1 (was sind denn das fuer arbeitszeiten???) und dann soll ich gleich check-in machen und anscheinend den gleichen flug von gestern nehmen. Ich hoffe ja, das klappt!!! Auf die Frage nach meinem Gepaeck meinten die unfreundlichen Infodamen, das haette eben Lufthansa hier und wuerde das weiterleiten, soll ich dann um eins halt nochmal sagen. Ich befuerchte ja Schlimmes, aber man kann sich hier eigetnlich nirgends richtig erkundigen!! Das Ganze ist ein langer Gang mit den verschiedenen Gates, die auch noch alle durcheinander angeordnet sind (17 neben 22, 20 ist dann wieder ganz am anderen Ende, etc.). In der Mitte gibt es viele kleine exklusive Geschaefte, aber nix, was sich ein gestrandeter Reisender kaufen wollte. (Billige Flip Flops! Ich bereue, dass ich meine Wanderschuhe angezogen hab (um Platz zu sparen), die sind naemlich hinten voller loecher (anscheinend waren sie der letzten person, der ich sie geliehen habe, zu klein) und haben mir auch schon lauter loecher in die fersen gefressen.)
Zum Glueck konnte ich hier irgendwo etwas Geld wechseln, und jetzt geb ich meine Bolívares halt in diesem kleinen Internetspot aus, der einzige nuetzliche laden hier, soweit ich das sehe.
Also, seid froh, dass ihr in Deutschland oder wo auch immer in euren gemuetlichen bueros sitzt und abends ins gemuetliche bett sinken koennt. Im Moment ist das hier wirklich kein Traumurlaub!
Ich hoffe aber, dass ich in meinem naechsten Post bessere Nachrichten habe, ist ja deprimierend, sowas zu lesen. Also, macht¨s gut und geniesst die Freuden der Zivilisation!!!

Gestrandet in Venezuela

Liebe Freunde und Kollegen,
ich kann euch garnicht sagen, wie angekotzt ich bin: mein Flug von Lufthansa hatte Verspaetung, der von meinem Anschlussflug ist eine halbe Stunde frueher los, weil sie hier anscheinend, so weit ich verstanden hatte, eine halbe Stunde Zeitverschiebung eingefuehrt haben, seit Dezember. Hoert sich komisch an, aber so erklaeren mir die Leute hier das. Bzw. eigentlich erklaeren sie mir garnix, und verstehen tu ich sie auch nur sehr schlecht, der venezolanische Dialekt ist einfach ein zusammengeschnurrtes, leises Spanisch.
Naja, ich sitze nun eben hier in Caracas fest und habe eigentlich seit Montag frueh, als der Wecker um 8 klingelte, nicht richtig geschlafen. Ihr koennt euch also meine Laune vorstellen! Ich wuerde die ganzen Leute hier am liebsten auffressen.
Die Costarikaner waren ja schon immer schlimm mit ihren falschen Informationen, die sie gegeben haben obwohl sie sich garnicht ausgekannt haben. Hier machen sie das auch, bloss noch schlimmer, und sind dazu noch super unfreundlich! Die Tussi von Lufthansa sagt dass Lufthansa keine Schuld traegt da andere Passagiere den Flug schon bekommen haben (moechte wissen wie sie das getan haben! Wahrscheinlich haben sie sich gebeamt. Bzw. haben das schon mal gemacht. Insgesamt waren jedenfalls glaub ich hoechstens 40min. zwischen Landung und Abflug des anderen Fliegers.) Naja, egal, auf jeden Fall ist von der Airline, mit der ich eigentlich weiterfliegen sollte, TACA, keiner da - nie eigentlich. Gestern haben sie schon aeusserst gelangweilt Kaugummi gekaut und mir gesagt, ja, der Flug war schon um 16:05, nicht um 16:35, und tja, Pech gehabt, aber ich solle doch mal zum Gate so-und-so. Dort war dann natuerlich keiner und als ich zurueckkam waren die dort auch wieder weg. Und so ging es weiter, jeder schickt mich genau zur naechsten Person in Reichweite, die natuerlich auch keine Ahnung hat. Arg! Von Lufthansa gibt¨s hier drin auch keinen Infoschalter, und am Infoschalter sind sie auch unfreundlich bzw. haben mir gesagt, ich muss dann halt heute fliegen. Also hab ich die Nacht auf graesslichen Sitzen verbracht, neben einer toten Kakerlake, umsummt von einer Fliege, und bin um 5 (geschaetzt, denn Uhren haengen hier nirgends, und jeder sagt mir ne andere zeit) zum schalter, wo mir hoffnung gemacht wurde, dass ich vielleicht schon nen flug um 12 nehmen koennte.
- kurze Unterbrechung, ich schick das mal ab bevor ich hier rausfliege -

Donnerstag, 3. Januar 2008

Die letzten Reisevorbereitungen laufen ...

Mann, Mann, Mann. Echt nicht mehr lang. Ich kann es garnicht mehr erwarten. Das einzig Blöde ist nur, dass ich ständig mein Passwort vergesse. Musste es gerade zum dritten Mal zurücksetzen lassen. Naja - hoffen wir das Beste für die Zukunft! Schließlich ist 2008 ja das Jahr der Wühlmaus, und ein Glücksjahr!