Samstag, 9. Februar 2008

Tischlein deck dich

Liebe Leute, wir sind in Santiago angekommen. Hier hat sich Robin's Harem ziemlich dezimiert: Mama und Karin sind zurueckgeflogen, und wir haben im Hostal de Sammy eingecheckt, wo so ziemlich alles gratis ist: Kuechenbenutzung, Fahrraeder, Internet, Fruehstueck, Tee, Kaffee, Barbecue, Kickern, Billard, etc.
Bei letzterem haben wir uns gerade unglaublich blamiert, nicht mal bei meinem ersten Billardspiel hab ich so schlecht gespielt, und ich habe sehr die Baerbel herbeigewuenscht, besonders als die Leute angefangen haben, bloede zu gucken - aber die haben sich die Lena und Robin beim Kickern vorgenommen, da sind sie naemlich echt gut, und sie konnten einige Grinsen aus dem Gesicht wischen ...
Bis 12. bleiben wir noch da, dann geht es weiter nach Concepci'on, Isla Chiloe, ein Akazien(/)-wald, und evtl. Feuerland! Hurra!
Die letzten Tage in Valparaiso waren echt nett. So eine bunte Stadt voller knarriger Aufzuege, aus denen wir immer heil rauskamen! Wir hatten zwei herausragende Essens-Erlebnisse (zu dem Essen hier will ich uebrigens sowieso noch mal was schreiben, irgendwann): am ersten Abend sind wir in ein Restaurant gegangen, das uns von unserem Hostel-Vater empfohlen wurde, und es war SO gut!! Fuer die erste Stunde waren wir allerdings auch alleine da, und so war die gesamte Aufmerksamkeit des (aufmerksamen) Personals auf uns gerichtet!! Es war sehr anstrengend! Die Aufgabe, den Wein fuer gut zu befinden, wurde zwischen Robin und mir hin- und hergeschoben, aber ich habe gewonnen und er musste ihn verkosten! Wir waren allerdings echt erschlagen von der Aufmerksamkeit, die kamen staendig und haben neues Brot gebracht (und das alte halbgegessene weggebracht) und neue Zitronen und uns nachgeschenkt. Es hat nur noch gefehlt, dass sie uns das Essen in bissgerechte Happen geschnitten haetten!
Es war auch superlecker dort, aber wir hatten uns uebernommen, weil wir eine Antipastoplatte bestellt hatten, und drei Salate, und dann jeder ein Hauptgericht. Es war SUPERlecker, aber viel zu viel. Wir sind mit vollen Baeuchen ins Bett gegangen.
Am naechsten Tag sind wir durch das bunte Valparaiso gelaufen und viele knarrige Aufzuege hoch und runtergefahren, die so klangen, als gaeben sie gleich ihren Geist auf. Wir waren auch im Haus von Pablo Neruda, was ueberlaufen, aber nett war! Nachmittags haben wir wieder Hunger bekommen und wollten eigentlich nur so was wie ein Fischbroetchen essen, weil wir da am Hafen waren. Wir sind am Fischmarkt angekommen, und lauter Touristenfaenger haben uns versucht, in zwielichte Spelunken zu locken. Trotzig sind wir in ein anderes Fischrestaurant gegangen und haben wieder viel zu viel bestellt: Meeresfruechtesuppe und Fisch, unter anderm. Von der Suppe konnten wir gerade mal 2 cm. abessen ... - wir waren jedenfalls richtig schoen voll.
Inzwischen hoffen wir, gelaeutert zu sein und nur noch wenig zu bestellen. Hoffentlich.
So, jetzt hoere ich mal auf. Am Computer nebendran baggert ein Typ die amerikanische Hostel-Angestellte dermassen an, dass ich gerne seinen Speichel sammeln und nach San Pedro schicken wuerde (immerhin ist das dort die trockenste Wueste der Welt!)

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