Donnerstag, 28. Februar 2008

Puerto Montt

Wir sind aus Ancud abgereist, und haben der Herbergsmutter etwas mehr für die gewaschenen Kleider gegeben. Das hat sie sehr überrascht und gefreut.
In Puerto Montt angekommen haben wir uns auf den Weg zur Casa Perla gemacht, da die in unserem Reiseführer so angepriesen wurde. Buchtausch, Internet, etc. - Pustekuchen! Nachdem wir uns mit unseren schweren Rucksäcken die Hänge hochgeschleppt hatten sind wir schließlich dort angekommen. Auch hier sollten sich Lena und Robin ein Bett teilen, und zunächst wollte die Wirtin noch die normalen 7000 jeweils, bis sie schließlich auf 5000 (für die zwei) runtergegangen ist. Im Zimmer stand ein Regal mit vielen alten Büchern, es waren aber nur spanischsprachige und es sah nicht nach Buchtausch aus. Insgesamt voll der Reinfall - die Küche durfte man auch nur zwischen 15 und 20 Uhr benutzen - wie großzügig! (als wir um 6 heimkamen, war sie aber besetzt - der Hausherr gab Spanischunterricht) Das Internet hat auch was gekostet. Wir waren nicht sehr begeistert. Auch der Buchtausch hat sich als winziges Regal mit wenig interessantem Inhalt entpuppt. Wohl ein typischer Fall von in-den-Reiseführer-kaufen!
Wir sind dann ins Zentrum gelaufen, um den Club Aleman zu suchen, denn es gelüstete uns nach deutschen Speisen. Er war ziemlich fernab, und als wir ihn endlich gefunden haben, sind wir ziemlich erschrocken: total schick! Schließlich sind wir doch rein, weil der Robin Gulasch auf der Speisekarte entdeckt hatte und es total gerne essen wollte. Drinnen wurden wir ähnlich wie in Valparaiso von dem Kellner umworben. Lena und ich haben uns für Fleisch an Gorgonzolasoße mit Spätzle entschieden. Es war echt lecker, aber auch teuer.
Hinterher der Schock im Touristenbüro: wir wollten ja, nachdem nun schon Feuerland verworfen war, wenigstens noch ein Stückel weiter in den Süden. Da mußten wir aber mit der Fähre fahren, und die hat um die 70 (?) Dollar gekostet. Obendrein war sie ausgebucht, bis auf mehrere Tage! Die Fähre fährt sowieso nur 2 Monate im Jahr, bis zum 28.Februar wär sie gefahren. Den Rest des Jahres sind die kleinen Städtchen da, obwohl nur knapp unterhalb Puerto Montts, ziemlich abgeschnitten. Muss ein krasses Leben sein. Naja, das war's jedenfalls mit weiter-in-den-Süden-fahren.
Wir haben also beschlossen, am nächsten Tag in den nahegelegenen Nationalpark zu fahren, um Alercen (riesige alte Bäume) zu besichtigen, und danach unser Quartier in Puerto Varas aufzuschlagen, nahegelegen, aber angeblich bedeutend netter. Puerto Montt war nämlich nicht so der Hammer.
Also haben wir uns auf die Suche nach einem Mietauto gemacht, denn wie die nette Dame vom Nationalparkbüro meinte, bräuchte man sonst zwei Tage (der Bus ließ einen knapp 12 Kilometer vor dem günstigen Parkeingang zurück). Wir haben nach einigem Suchen auch ein recht günstiges Mietauto für 22.000 gefunden, das uns der Autotyp deutscher Herkunft auch gleich (um knapp halb 6) überlassen hat. Da wir es schon hatten, haben wir beschlossen, ein Picknick damit zu machen. Wir haben also Brot und Obst gekauft, und als wir den Obsthändler nach einem geeigneten Platz für ein Picknick gefragt haben, hat er nur verständnislos geglotzt ("Ihr wollt euch ins Auto setzen und essen?). Seine Frau hat das Konzept aber verstanden (und sich wohl gewünscht, ER hätte ein wenig mehr Einsicht), und schließlich wurde uns empfohlen, die Küste entlang zu fahren. Haben wir auch gemacht, aber bis zu dem empfohlenen Platz kamen wir nicht - es ging ewig. Nach einer Dreiviertelstunde (ca.) hatten wir genug. Wir haben einfach an der Straße gehalten und uns an den steinigen Strand gesetzt. Dort gab es dann Brötchen mit Lachscreme (aus Castro) und Käse und Tomaten und Melone. Lecker. Wir haben noch eine unerschrockene Badenixe beobachtet und den wunderschönen Sonnenuntergang, dann ging's zurück. Allerhöchste Eisenbahn, ich mußte ziemlich aufs Klo. Haben auf der Rückfahrt vergeblich nach dem Typ Ausschau gehalten, der sein kleines Grundstück mit einer großen Anzahl Dixiklos ausgestattet hatte und die Strandbesucher mit einem Handtuch und einem großen "bano"-Schild erwartet hat.

Keine Kommentare: