- was fuer Rom gilt, gilt sicher auch fuer Costa Rica. Ich hab mich also meiner Nachbarin vom Vortag angeschlossen, die auch wieder an den Strand kam (die mich vor den Waschbaeren gewarnt hatte!). Diesmal kam sie mit ihrem kleinen zehnjaehrigen Neffen, und wir haben zusammen eine Bucht geteilt. Ueberhaupt haben sie mich mit offenen Armen in die Familie aufgenommen, haben ihre Wassermelone, Orangen und Ananas mit mir geteilt und mir ihre Brillen geliehen und die Fische gezeigt, die da rumschwammen (grosse Graue mit gelben Augen). Dann hat Karina (so heisst sie naemlich) mir noch gezeigt, wie sich sich immer ihr Lager bereitet: ganz viel Sand fuer eine Kopfstuetze hochschaufeln, eine grosse Kuhle fuer den Koerper mit Armstuetzen. Dann vorsichtig das Tuch druebergebreitet. Sie hat mir sogar ihr Handtuch geliehen, damit ich mich nicht nass drauflege und Sand in den tollen Sitz kriege. Und ich hatte mich immer gewundert, warum nur ich so sandgepudert war und alle so sandfrei umherliefen! Es war sehr bequem. Sie hatte ihr Lager aber in der Sonne aufgeschlagen, und ich wollte urspruenglich in den Schatten, aber man hat dafuer den nassen Sand gebraucht, der weiter vorne war, und ausserdem meinte sie, ich solle mich doch neben sie legen, dann koennten wir quatschen. Hab ich also getan, und das war der Beginn eines riesigen Sonnenbrands! Es war aber trotzdem sehr schoen; wir lagen wie die Koeniginnen in unserem Thron, haben dem kleinen Bernal beim Schwimmen zugesehen und ein paar groessere Schwimmer mit wohlgefaelligem Auge betrachtet. Die haben das natuerlich gemerkt und begeistert ruebergewinkt, und wir sind in albernes Gelaechter ausgebrochen.
Die Rechnung kam erst abends: autsch. Hatte zudem vergessen, mich an den Knien, der Oberseite der Fuesse, und verschiedenen Stellen um den Bikini rum einzucremen. Auch im Gesicht hat´s gebrannt. Karina hatte sich auch verbrannt, aber bei ihr sah es nur gebraeunt aus.
Mittags waren wieder die Waschbaeren da, aber ich habe sie schon sehr souveraen mit einem Palmwedel verscheucht. Leider konnte ich unsere Nachbarin nicht mehr rechtzeitig warnen, und ein Waschbaer hat eine Tuete Kekse aus dem Rucksack geklaut, gegen den sie gelehnt sass und gelesen hat. Frech!
Abends kamen wieder die Einsiedlerkrebse hervor, so niedlich.
Ich hab meinen geheilten Magen mit einer Pina Colada gefeiert und dabei eine Kuenstlerin aus New York kennengelernt, die sich hier mit Massagen durchschlaegt. Echt witzig, beim Alleinreisen lernt man wirklich so viele Leute kennen!
Ich hab mich sogar mit dem israelischen Paerchen aus meinem Zimmer gut unterhalten, nachdem ich die erst so doof fand, weil die immer zwischen 6 und 10 geschlafen haben und dann aufgestanden sind. Naja.
Das einzig Bloede: mein Lieblingsbikini ist verschollen! Ich hatte ihn am Montag tagsueber noch im Hostel haengen, weil er noch so feucht war, aber als ich nachmittags mein Gepaeck holen wollte, war er nicht mehr da! Es war auch nur der Koch da, keine von den Putzfrauen, oder der Chef, und der war einfach ratlos. Er meinte aber, es koennte niemand geklaut haben, es waren nur Leute da, die hier auch gewohnt haben, und so was macht doch kein Tourist! Der war ja auch nicht mehr neu. Musste dann aber leider los, weil mein Bus fuhr, aber dieses Wochenende gehen vielleicht Melanie (die bei Marvin wohnt) und ein paar Freunde dorthin, so dass sie da nochmal nachfragen koennen ...
Donnerstag geht es los, nach Panama. Das wird wieder ein richtiges Abenteuer! Mit Ronald will ich zu Wulf fahren, der jetzt nicht mehr direkt auf den Bocas-Inseln wohnt, sondern in der Bucht davor, in einem Haus ueber dem Wasser. Klingt wundervoll, und vielleicht sehe ich ja wirklich endlich noch ein Armadillo!
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